Die Gebärmutter ist eines der wichtigsten Organe des weiblichen Fortpflanzungssystems und der Schlüssel zu einer gesunden Schwangerschaft. In manchen Fällen können Veränderungen im Aufbau der Gebärmutter jedoch sowohl die Lebensqualität einer Frau beeinträchtigen als auch ihre Chancen auf eine Schwangerschaft verringern. Adenomyose ist eine dieser Erkrankungen. Sie führt dazu, dass sich die Gebärmutterwand verdickt und ihre Funktion beeinträchtigt wird, und sie betrifft das Leben sehr vieler Frauen. Besonders für Paare mit Kinderwunsch ist der Zusammenhang zwischen Adenomyose und Schwangerschaft von großem Interesse. In diesem Beitrag erläutert Prof. Dr. Mehmet Çınar ausführlich, was Adenomyose ist, welche Beschwerden sie verursacht, worin sie sich von der Endometriose unterscheidet, wie sie diagnostiziert wird und wie sie die Chancen auf eine Schwangerschaft beeinflusst. Unser Ziel ist es, unseren Patientinnen, die sich hierüber informieren möchten, Klarheit zu verschaffen und ihnen mit der richtigen Beratung einen hoffnungsvollen Weg zu eröffnen.
Symptome der Adenomyose
Adenomyose ist eine Erkrankung, bei der die Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in die Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium) hineinwachsen. Dadurch vergrößert und verdickt sich die Gebärmutter. Die Beschwerden sind von Frau zu Frau unterschiedlich: Manche Frauen haben überhaupt keine Symptome, andere leiden unter sehr starken Beschwerden. Die häufigsten Symptome sind:
- Starke und schmerzhafte Regelblutungen (Dysmenorrhoe): Die Schmerzen während der Menstruation können krampfartig sein und sind weitaus stärker als gewöhnliche Regelschmerzen. Sie können vom Unterbauch in den Rücken oder in die Beine ausstrahlen.
- Starke und lang anhaltende Regelblutungen (Menorrhagie): Die Blutungen können stärker und länger als üblich sein, was zu einer Blutarmut (Anämie) führen kann.
- Unterleibsschmerzen: Chronische Unterleibsschmerzen, die auch außerhalb der Menstruation auftreten können, sind bei Frauen mit Adenomyose häufig. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) können auftreten.
- Vergrößerung und Druckempfindlichkeit der Gebärmutter: Adenomyose kann dazu führen, dass sich die Gebärmutter vergrößert und bei der Untersuchung druckempfindlich ist. Dies kann ein Gefühl von Völle oder Druck im Bauchraum hervorrufen.
- Unfruchtbarkeit oder wiederholte Fehlgeburten: Da die Adenomyose den inneren Aufbau und die Funktion der Gebärmutter stört, kann sie es erschweren, dass eine Schwangerschaft entsteht oder fortbesteht.
Frauen, die eines oder mehrere dieser Symptome bemerken, sollten unbedingt eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsuchen, damit die richtige Diagnose gestellt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden kann.
Der Unterschied zur Endometriose
Obwohl es bei Adenomyose und Endometriose in beiden Fällen um Probleme mit Endometriumgewebe geht, sind die beiden Erkrankungen voneinander verschieden und werden häufig verwechselt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, wo sich das Endometriumgewebe befindet:
- Adenomyose: Das Endometriumgewebe siedelt sich in der Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium) an. Das Wachstum findet also innerhalb der Gebärmutterwand selbst statt. Dadurch wächst und verdickt sich die Gebärmutter von innen nach außen.
- Endometriose: Das Endometriumgewebe siedelt sich außerhalb der Gebärmutter an anderen Organen im Bauchraum an (etwa an den Eierstöcken, den Eileitern, dem Darm oder der Blase). Bei der Endometriose ist die Gebärmutter selbst meist normal groß, aber auch das außerhalb liegende Gewebe blutet im Rhythmus des Zyklus und kann zu Entzündungen, zur Bildung von Zysten (Schokoladenzysten) und zu Verwachsungen führen.
Beide Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen (schmerzhafte Regelblutungen, Unterleibsschmerzen, Unfruchtbarkeit), doch die Vorgehensweise bei Diagnose und Behandlung kann sich unterscheiden. Bei vielen Frauen treten Adenomyose und Endometriose gleichzeitig auf, was das Bild zusätzlich verkompliziert. Für eine zutreffende Diagnose ist deshalb eine ausführliche Untersuchung unerlässlich.
Diagnoseverfahren
Die Diagnose einer Adenomyose ergibt sich aus der Zusammenschau der Beschwerden der Patientin, der körperlichen Untersuchung und bildgebender Verfahren. Die endgültige Diagnose wird zwar in der Regel durch die pathologische Untersuchung von operativ entferntem Gebärmuttergewebe gestellt, doch lässt sich die Erkrankung auch mit nicht-operativen Methoden mit hoher Treffsicherheit erkennen:
- Körperliche Untersuchung: Bei der gynäkologischen Untersuchung kann sich die Gebärmutter größer als normal, druckempfindlich und weich anfühlen.
- Transvaginaler Ultraschall (TVUS): Dies ist das am häufigsten eingesetzte und bevorzugte bildgebende Verfahren bei der Diagnose der Adenomyose. Eine erfahrene Untersucherin oder ein erfahrener Untersucher kann Verdickungen der Gebärmutterwand, zystische Bereiche oder ein uneinheitliches Erscheinungsbild erkennen. Insbesondere der dreidimensionale Ultraschall kann die Treffsicherheit der Diagnose erhöhen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT kommt zum Einsatz, wenn mit dem Ultraschall keine Diagnose gestellt werden kann oder eine genauere Beurteilung erforderlich ist. Sie stützt die Diagnose, indem sie die Adenomyoseherde in der Muskelschicht und den Gesamtaufbau der Gebärmutter deutlicher darstellt.
- Hysteroskopie: Bei diesem Eingriff wird das Innere der Gebärmutter mit einer Kamera betrachtet; er kann eingesetzt werden, um mögliche Polypen oder Myome an der Gebärmutterinnenwand auszuschließen. Da die Adenomyose selbst in der Muskelschicht liegt, reicht die Hysteroskopie für die Diagnosestellung allein jedoch meist nicht aus. Für die Beurteilung begleitender Veränderungen in der Gebärmutter ist sie dennoch hilfreich. (Weitere Informationen zu unseren Leistungen finden Sie unter Laparoskopie & Hysteroskopie.)
- Biopsie (selten): In seltenen Fällen, wenn mit anderen Verfahren keine Diagnose möglich ist oder der Verdacht auf eine weitere begleitende Erkrankung besteht, kann eine Gewebeprobe aus der Gebärmutter entnommen werden. Da die Adenomyose jedoch tief liegt, führt dies nicht immer zu einem eindeutigen Ergebnis.
Eine genaue und ausführliche Beurteilung im Rahmen der Diagnostik ist für die Behandlungsplanung von entscheidender Bedeutung. Prof. Dr. Mehmet Çınar und unser Team im Ankara IVF Center setzen moderne Diagnoseverfahren ein, um unseren Patientinnen die genauestmögliche Diagnose zu stellen.
Behandlung und Planung einer Schwangerschaft
Nachdem eine Adenomyose festgestellt wurde, wird der Behandlungsplan individuell erstellt – abhängig vom Alter der Patientin, der Schwere ihrer Beschwerden, ihrem Kinderwunsch und ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Da die Adenomyose die Chancen auf eine Schwangerschaft beeinflusst, kann das Vorgehen bei Paaren mit Kinderwunsch anders aussehen.
Beschwerdelinderung und medikamentöse Behandlung
- Schmerzmittel: Zur Linderung der Regelschmerzen können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt werden.
- Hormonelle Behandlungen: Hormonpräparate wie die Antibabypille, gestagenhaltige Spiralen (IUP) oder GnRH-Analoga können helfen, die Regelblutung zu verringern und die Schmerzen zu kontrollieren. Diese Behandlungen lindern zwar die Beschwerden, beseitigen die Adenomyose jedoch nicht vollständig.
Operative Behandlung
Die operativen Möglichkeiten bei Adenomyose sind begrenzt; als endgültige Lösung gilt in der Regel die vollständige Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie). Für Frauen mit Kinderwunsch kommt dies jedoch nicht in Frage. Zwar wurden gebärmuttererhaltende operative Verfahren (Adenomyomektomie) entwickelt, doch lassen sich wegen der diffusen Ausbreitung der Adenomyose nicht immer alle Herde entfernen, und es besteht ein Rückfallrisiko. Solche Eingriffe sollten von erfahrenen Operateuren und erst nach sorgfältiger Abwägung durchgeführt werden.
Adenomyose und die Chance auf eine Schwangerschaft
Die Adenomyose kann die Chancen auf eine Schwangerschaft über verschiedene Mechanismen beeinträchtigen:
- Strukturelle Veränderungen in der Muskelschicht der Gebärmutter können das Einnisten des Embryos (Implantation) erschweren.
- Durch verstärkte Kontraktionen der Gebärmutter kann das Einnisten des Embryos verhindert werden, oder es kann zu frühen Fehlgeburten kommen.
- Entzündungen und hormonelle Ungleichgewichte im Inneren der Gebärmutter können den Fortbestand der Schwangerschaft beeinträchtigen.
Vorgehen bei Paaren mit Kinderwunsch
Auch wenn eine Adenomyose die Chancen auf eine Schwangerschaft verringern kann, ist es dank moderner reproduktionsmedizinischer Verfahren möglich, ein Kind zu bekommen. In unserem Ankara IVF Center bieten wir Patientinnen mit Adenomyose maßgeschneiderte, individuell abgestimmte Behandlungspläne an:
- Künstliche Befruchtung (IVF): Eines der wirksamsten Verfahren für Frauen mit Adenomyose ist die IVF-Behandlung. Dabei werden Eizellen und Spermien im Labor zusammengeführt und die entstandenen Embryonen in die Gebärmutter übertragen. Der IVF-Ablauf kann verschiedene Protokolle umfassen, mit denen die Gebärmutter vor dem Transfer in den bestmöglichen Zustand gebracht wird.
- Vorbereitung der Gebärmutter: Vor dem Embryotransfer können bestimmte medikamentöse Behandlungen erfolgen, damit die Gebärmutter für die Einnistung aufnahmebereit wird. Ziel ist es, die Kontraktionen der Gebärmutter zu verringern und die Einnistungschancen des Embryos zu erhöhen.
- Einfrieren von Embryonen und wiederholte Transfers: In manchen Fällen können Embryonen eingefroren und in einem späteren Zyklus übertragen werden, wenn die Gebärmutter durch die Behandlung in ihrem günstigsten Zustand ist. (Weitere Informationen finden Sie zu unserer Leistung Embryonen- & Eizellenkonservierung.)
Dabei ist zu bedenken, dass jeder Fall anders ist und dass für den bestmöglichen Behandlungsplan eine ausführliche Beurteilung unerlässlich ist. Prof. Dr. Mehmet Çınar und das Team des Ankara IVF Center machen Paaren, bei denen eine Adenomyose festgestellt wurde und die sich ein Kind wünschen, mit den aktuellsten und wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten Mut. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit einem realistischen, zugleich hoffnungsvollen Ansatz setzen wir uns dafür ein, dass jede unserer Patientinnen ihren Traum verwirklichen kann.
Auch wenn die Adenomyose ein komplexes Krankheitsbild ist, das die Chancen auf eine Schwangerschaft beeinträchtigen kann, lässt sich der Traum vom eigenen Kind mit der richtigen Diagnose und modernen Behandlungsmethoden verwirklichen. In unserem Ankara IVF Center beurteilt unser erfahrenes Team die persönliche Situation jeder Patientin sorgfältig und erstellt den passenden Behandlungsplan. Wenn auch bei Ihnen eine Adenomyose festgestellt wurde oder Sie im Hinblick auf Ihre Familienplanung Sorgen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren – damit wir gemeinsam über die für Sie passenden Lösungen sprechen und Ihren weiteren Weg festlegen können. Um den ersten Schritt auf dem Weg zu einer gesunden Schwangerschaft zu gehen, können Sie einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren.
