Erstellt von Prof. Dr. Mehmet Çınar (Frauenheilkunde, IVF und endoskopische Chirurgie). Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine bei Frauen im gebärfähigen Alter sehr häufige hormonelle Störung, von der weltweit Millionen Frauen betroffen sind. Das Syndrom, das sich durch Beschwerden wie unregelmäßige Zyklen, Akne, vermehrte Körperbehaarung und Gewichtszunahme äußert, kann auch die Chance auf eine Schwangerschaft beeinträchtigen – eine der größten Sorgen vieler Frauen. PCOS ist jedoch kein Hindernis für eine Schwangerschaft. Dank moderner medizinischer Technologien und individuell abgestimmter Behandlungsansätze können heute viele Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom eine gesunde Schwangerschaft erleben. Wir vom Ankara IVF Center stehen Ihnen zur Seite, um Sie auf diesem Weg zu begleiten und Ihnen die passendsten Behandlungsmethoden anzubieten. In diesem Beitrag zeigen wir ausführlich, wie Sie Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft mit PCOS verbessern können.
Was ist PCOS und wodurch entsteht es?
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine komplexe endokrine Störung, die bei Frauen zu einem hormonellen Ungleichgewicht führt. Der Begriff „polyzystisch" beschreibt das Vorhandensein zahlreicher kleiner, gutartiger Zysten (Follikel) in den Eierstöcken. Nicht jede Frau mit solchen Zysten hat jedoch PCOS, und diese Zysten sind in der Regel harmlos. Die eigentlichen Probleme bei PCOS sind eine über das Normale hinausgehende Produktion männlicher Hormone (Androgene) durch die Eierstöcke sowie eine Insulinresistenz. Die genaue Ursache des PCOS ist noch nicht vollständig geklärt, doch geht man davon aus, dass ein Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Faktoren eine Rolle spielt:
- Genetische Veranlagung: Bei Frauen mit PCOS in der Familiengeschichte ist das Risiko für das Syndrom höher.
- Insulinresistenz: Dabei spricht der Körper nicht ausreichend auf Insulin an. Die Bauchspeicheldrüse produziert mehr Insulin, um den Blutzucker zu regulieren, und hohe Insulinspiegel können dazu führen, dass die Eierstöcke mehr Androgene bilden. Das wiederum verhindert den Eisprung.
- Hohe Androgenspiegel: Erhöhte männliche Hormone verhindern, dass die Eierstöcke regelmäßig Eizellen freisetzen, und führen so zu Zyklusstörungen und den übrigen Beschwerden.
- Niedriggradige Entzündung: Einige Untersuchungen zeigen, dass eine niedriggradige chronische Entzündung bei Frauen mit PCOS zu hormonellen Ungleichgewichten beitragen kann.
Das Zusammenwirken dieser Faktoren führt dazu, dass die Eierstöcke reife Eizellen nicht regelmäßig freisetzen können (Anovulation oder Oligoovulation) und eine Schwangerschaft dadurch erschwert wird.
Symptome und Diagnose
PCOS kann sich bei Frauen durch sehr unterschiedliche Beschwerden zeigen; nicht jede Frau hat gleich viele oder gleich stark ausgeprägte Symptome. Die häufigsten Beschwerden sind:
- Zyklusstörungen: Das auffälligste Symptom. Es kann sich als seltene Regelblutung (Oligomenorrhoe), als Ausbleiben der Regel (Amenorrhoe) oder als lang anhaltende, starke Blutungen äußern. Ursache ist ein unregelmäßiger oder ganz fehlender Eisprung.
- Vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus): Durch die hohen Androgenspiegel kommt es zu vermehrtem Haarwuchs vom männlichen Typ, etwa im Gesicht, an Brust, Rücken und Bauch.
- Akne und fettige Haut: Erhöhte Androgene können die Talgdrüsen der Haut übermäßig aktiv machen.
- Haarausfall (androgenetische Alopezie): Der Haaransatz kann zurückweichen oder das Haar am Oberkopf dünner werden.
- Gewichtszunahme und Schwierigkeiten beim Abnehmen: Fettansammlungen vor allem im Bauchbereich sind häufig und können mit der Insulinresistenz zusammenhängen.
- Zysten in den Eierstöcken: Im Ultraschall zeigen sich zahlreiche kleine Follikel in den Eierstöcken.
- Unfruchtbarkeit (Infertilität): Schwierigkeiten, schwanger zu werden, weil der Eisprung unregelmäßig ist oder ganz ausbleibt.
Die Diagnose PCOS wird in der Regel durch eine Kombination aus der Beurteilung der Beschwerden, der körperlichen Untersuchung, Blutuntersuchungen und Ultraschall gestellt. Nach den internationalen Rotterdam-Kriterien kann PCOS diagnostiziert werden, wenn mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt sind:
- Seltene oder ganz ausbleibende Regelblutungen (Störung des Eisprungs).
- Anzeichen für einen Überschuss männlicher Hormone, entweder klinisch (vermehrte Behaarung, Akne) oder biochemisch (erhöhte Androgenwerte im Blut).
- Polyzystisches Erscheinungsbild der Eierstöcke im Ultraschall (mit modernen Vaginalsonden mit einer Bandbreite von ≥8 MHz 20 oder mehr Follikel je Eierstock oder ein Eierstockvolumen von ≥10 mL; ein hoher AMH-Wert kann alternativ zu diesem Ultraschallkriterium herangezogen werden).
Im Rahmen der Diagnostik ist es zudem wichtig, andere hormonelle Störungen auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.
Änderungen des Lebensstils
Änderungen des Lebensstils spielen eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von PCOS und bei der Verbesserung der Schwangerschaftschancen. Häufig bilden sie sogar den ersten Behandlungsschritt. Diese Veränderungen können helfen, das hormonelle Gleichgewicht zu verbessern, die Insulinresistenz zu verringern und einen regelmäßigen Eisprung zu fördern.
- Gesunde Ernährung: Ernährung mit niedrigem glykämischen Index (GI): Bevorzugt werden sollten Lebensmittel, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen – Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und gesunde Fette; verarbeitete Lebensmittel, raffinierter Zucker und gesättigte Fette sind zu meiden. Eiweiß- und ballaststoffreiche Lebensmittel: Sie steigern das Sättigungsgefühl und helfen, den Blutzucker auszugleichen. Kleine, häufige Mahlzeiten: Sie können plötzliche Blutzuckerschwankungen verhindern. Eine ausgewogene Ernährung kann durch die Verringerung der Insulinresistenz den Eisprung regulieren und beim Gewichtsmanagement helfen.
- Regelmäßige Bewegung: Empfohlen werden an den meisten Tagen der Woche mindestens 30 Minuten Bewegung mittlerer Intensität (etwa zügiges Gehen, Schwimmen oder Radfahren). Bewegung erhöht die Insulinempfindlichkeit, erleichtert das Abnehmen und unterstützt das hormonelle Gleichgewicht insgesamt. Auch Krafttraining zum Aufbau von Muskelmasse ist hilfreich.
- Gewichtskontrolle: Bei übergewichtigen oder adipösen Frauen mit PCOS kann bereits der Verlust von nur 5-10 % des Körpergewichts den Zyklus regulieren, den Eisprung zurückbringen und die Schwangerschaftschancen deutlich erhöhen. Eine Gewichtsabnahme verringert die Insulinresistenz und senkt die Androgenspiegel.
- Stressbewältigung: Chronischer Stress kann sich negativ auf das hormonelle Gleichgewicht auswirken. Es ist wichtig, Stress mit Methoden wie Yoga, Meditation, Atemübungen oder Hobbys zu bewältigen.
- Ausreichender Schlaf: Erholsamer und ausreichender Schlaf ist wichtig für das hormonelle Gleichgewicht und die Insulinempfindlichkeit.
Diese Änderungen des Lebensstils erhöhen nicht nur die Chance auf eine Schwangerschaft, sondern tragen auch wesentlich dazu bei, die mit PCOS verbundenen langfristigen Gesundheitsrisiken (Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen) zu senken.
Ovulationsbehandlungen und künstliche Befruchtung
Wenn trotz einer Änderung des Lebensstils keine Schwangerschaft eintritt oder zusätzliche Faktoren vorliegen, kommen medizinische Behandlungen zum Einsatz. Bei PCOS gibt es für den Weg zur Schwangerschaft verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die in der Regel vom Einfachen zum Komplexeren fortschreiten.
Ovulationsinduktion
Das häufigste Problem bei Frauen mit PCOS ist ein unregelmäßiger oder fehlender Eisprung. Deshalb gehört die Auslösung des Eisprungs zu den Behandlungen der ersten Wahl.
- Orale Medikamente: In der Regel die zuerst gewählte Behandlungsform. Diese Medikamente sollen die Ausschüttung jener Hormone aus dem Gehirn steigern, die die Eierstöcke anregen, und so das Heranreifen und den Sprung der Eizelle ermöglichen. Sie werden unter ärztlicher Kontrolle und mit regelmäßiger Überwachung eingesetzt.
- Injizierbare Gonadotropine: Wenn orale Medikamente nicht wirken oder nicht geeignet sind, können injizierbare Hormonpräparate eingesetzt werden, die die Eierstöcke direkt stimulieren. Eine engmaschige Kontrolle dieser Behandlung ist von entscheidender Bedeutung, um eine Überstimulation der Eierstöcke (OHSS) zu verhindern.
Insemination (IUI)
Bei Paaren, bei denen durch die Ovulationsinduktion ein regelmäßiger Eisprung erreicht wurde, aber keine Schwangerschaft eingetreten ist, kann bei normaler Spermienqualität eine Insemination (IUI) in Betracht gezogen werden. Dabei werden speziell aufbereitete Spermien zum Zeitpunkt des Eisprungs in die Gebärmutter eingebracht, um die Chance auf ein Zusammentreffen mit der Eizelle zu erhöhen. Die Insemination wird meist über mehrere Zyklen versucht; bleibt sie erfolglos, geht man zu weiterführenden Behandlungen über.
Künstliche Befruchtung (IVF)
Wenn bei Frauen mit PCOS mit Ovulationsbehandlungen und Insemination keine Schwangerschaft erreicht wird oder zusätzliche Unfruchtbarkeitsfaktoren vorliegen (etwa verschlossene Eileiter oder ein ausgeprägter männlicher Faktor), wird die IVF-Behandlung zu einer der wirksamsten Optionen. Der IVF-Ablauf, den wir im Ankara IVF Center anwenden, kann speziell auf Patientinnen mit PCOS abgestimmt werden.
Der IVF-Ablauf umfasst allgemein folgende Schritte:
- Stimulation der Eierstöcke: Mit Medikamenten wird erreicht, dass die Eierstöcke mehrere Eizellen bilden. Da bei PCOS-Patientinnen in diesem Schritt ein höheres Risiko für eine Überstimulation der Eierstöcke bestehen kann, sind eine sorgfältige Überwachung durch ein erfahrenes Team und individuelle Dosisanpassungen besonders wichtig.
- Eizellentnahme: Die herangereiften Eizellen werden unter Ultraschallkontrolle auf vaginalem Weg entnommen.
- Befruchtung: Die entnommenen Eizellen werden im Labor mit Spermien befruchtet. In dieser Phase wird, besonders wenn zusätzlich ein männlicher Faktor vorliegt, häufig die Mikroinjektion (ICSI) bevorzugt.
- Embryonalentwicklung: Die Entwicklung der befruchteten Eizellen (Embryonen) wird im Labor verfolgt.
- Embryotransfer: Die gesündesten Embryonen werden in die Gebärmutter übertragen.
Frauen mit PCOS sprechen auf eine IVF-Behandlung in der Regel gut an, da sie dazu neigen, viele Eizellen zu entwickeln. Der Erfolg der Behandlung hängt jedoch von vielen Faktoren ab – vom Alter, von zusätzlichen Gesundheitsproblemen und von der Erfahrung des Zentrums, in dem die Behandlung durchgeführt wird. An der Seite eines erfahrenen Spezialisten wie Prof. Dr. Mehmet Çınar und mit einem individuell abgestimmten Behandlungsplan lassen sich die Erfolgsaussichten optimieren. Mehr über ihn erfahren Sie auf der Profilseite von Prof. Dr. Mehmet Çınar. Dabei sollte man nicht vergessen: Eine Schwangerschaft mit polyzystischem Ovarialsyndrom ist durchaus möglich. Entscheidend sind eine zutreffende Diagnose, ein individuell erstellter Behandlungsplan und die Zusammenarbeit mit einem vertrauenswürdigen medizinischen Team, das Sie auf diesem Weg begleitet.
Fazit
Mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) schwanger zu werden, ist mit den richtigen Ansätzen und geeigneten Behandlungsmethoden weitgehend möglich. Auch wenn PCOS auf dem Weg zur Schwangerschaft Schwierigkeiten bereiten kann, stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung – von Änderungen des Lebensstils bis hin zu modernen medizinischen Behandlungen wie der Ovulationsinduktion, der Insemination und der künstlichen Befruchtung. Da die Situation jeder Frau anders ist, kommt es entscheidend darauf an, den Behandlungsplan individuell festzulegen. Wir vom Ankara IVF Center sind stolz darauf, Paaren mit der Diagnose PCOS, die sich ein Kind wünschen, Hoffnung und professionelle Unterstützung zu geben. Mit unserem Expertenteam und modernster Ausstattung stehen wir Ihnen zur Seite, um die für Sie passendsten und wirksamsten Behandlungsmethoden zu finden. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, damit wir für Ihren Weg zur Schwangerschaft eine individuelle Route festlegen und Ihre Fragen beantworten können. Denken Sie daran: Mit den richtigen Schritten ist es möglich, Ihren Traum zu erreichen. Für ein kostenloses Erstgespräch oder einen Termin können Sie unsere Kontaktseite besuchen.
