Die Laparoskopie – oft als Schlüssellochchirurgie oder geschlossene Operation bezeichnet – erlaubt es gynäkologischen Chirurgen, die Bauch- und Beckenorgane über nur wenige Millimeter große Schnitte einzusehen und zu behandeln. Für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist sie häufig zugleich diagnostischer Durchbruch und Therapie in einer einzigen Sitzung.
Wie wird eine Laparoskopie durchgeführt?
- Narkose: Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, sodass die Patientin nichts spürt.
- Kleiner Schnitt: Knapp unterhalb des Nabels wird ein etwa 0,5–1 cm großer Schnitt gesetzt; im Unterbauch können ein oder zwei weitere kleine Schnitte hinzukommen.
- Insufflation: Über eine feine Veress-Nadel wird Kohlendioxid eingeleitet, das die Bauchdecke von den Organen abhebt und so Arbeitsraum schafft.
- Das Laparoskop: Ein dünner Schaft mit Lichtquelle und hochauflösender Kamera wird eingeführt und überträgt ein vergrößertes Bild der Beckenorgane auf einen Monitor.
- Instrumente: Feine chirurgische Instrumente (Scheren, Fasszangen, Kauter) werden über die weiteren Schnitte eingebracht; der Operateur arbeitet unter Sicht auf dem Bildschirm.
- Verschluss: Das Gas wird abgelassen und die winzigen Schnitte werden mit kosmetischen Nähten oder Klebestreifen verschlossen.
Wann wird eine Laparoskopie empfohlen?
Diagnostik und Behandlung von Unfruchtbarkeit
- Endometriose (Schokoladenzysten): Endometrioseherde, Verwachsungen und Endometriome lassen sich in derselben Operation diagnostizieren und entfernen oder veröden. Mehr über das Krankheitsbild lesen Sie in unserem Artikel zu Endometriose und Kinderwunsch.
- Verschlossene oder geschädigte Eileiter: Die Durchgängigkeit der Eileiter kann beurteilt und in ausgewählten Fällen wiederhergestellt werden. Bei einer Hydrosalpinx (flüssigkeitsgefüllter Eileiter) verbessert die Entfernung des Eileiters vor einer IVF die Erfolgsaussichten deutlich – siehe unseren Ratgeber zu Möglichkeiten bei verschlossenen Eileitern.
- Myome der Gebärmutter (Myomektomie): Myome, die die Gebärmutterhöhle verformen oder die Eileitermündungen verlegen, können laparoskopisch entfernt werden.
- Eierstockzysten: Endometriome, Dermoidzysten und andere krankhafte Zysten werden entfernt, wobei so viel gesundes Eierstockgewebe – und damit Fruchtbarkeit – wie möglich erhalten bleibt.
- Verwachsungen im Becken: Narbengewebe nach früheren Infektionen, Operationen oder Endometriose kann gelöst werden, um die normale Anatomie von Eileitern und Eierstöcken wiederherzustellen.
- PCOS und Ovarian Drilling: Bei ausgewählten Patientinnen können winzige Einstiche an der Eierstockoberfläche den Eisprung auslösen – dies ist jedoch nicht für jede Patientin eine Behandlung der ersten Wahl.
Weitere gynäkologische Indikationen
Die Laparoskopie wird außerdem zur Abklärung chronischer Unterbauchschmerzen eingesetzt, zur Behandlung einer Eileiterschwangerschaft unter möglichst weitgehendem Erhalt des Eileiters, zur Durchführung einer Gebärmutterentfernung, zur Entfernung von Eierstöcken oder Eileitern, wenn dies nötig ist, zur Korrektur eines Beckenorganvorfalls mittels Aufhängungsverfahren sowie zur Entnahme diagnostischer Gewebeproben aus auffälligem Gewebe.
Vorteile gegenüber der offenen Operation
- Millimetergroße Schnitte statt eines großen Bauchschnitts – mit deutlich besserem kosmetischem Ergebnis
- Weniger Schmerzen nach der Operation und ein geringerer Bedarf an Schmerzmitteln
- Schnellere Erholung – häufig Entlassung am selben oder am folgenden Tag
- Geringerer Blutverlust und ein niedrigeres Infektionsrisiko
- Weniger Verwachsungen nach der Operation, was für die spätere Fruchtbarkeit sehr wichtig ist
- Bessere Sicht: Das vergrößerte Kamerabild ermöglicht es, selbst kleinste Herde präzise zu erkennen und zu behandeln
Erholung nach der Laparoskopie
Die meisten Patientinnen gehen noch am selben oder am nächsten Tag nach Hause. Leichte Schmerzen – auch Schulterschmerzen durch das verbliebene Gas, das das Zwerchfell reizt – sind normal und klingen rasch ab. Die kleinen Schnitte benötigen nur einfache Pflege; achten Sie auf Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung, Ausfluss oder Fieber. Leichtes Gehen ist fast sofort möglich, während schweres Heben, anstrengender Sport und Geschlechtsverkehr so lange warten sollten, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt. Die meisten Patientinnen kehren innerhalb von 3–7 Tagen an ihren Arbeitsplatz zurück (nach größeren Eingriffen bis zu zwei Wochen), und normal essen können Sie schon wenige Stunden nach der Operation. Ein Kontrolltermin schließt den Prozess ab.
Was bedeutet das für Ihre Fruchtbarkeit?
Indem Endometriose, Myome, Zysten und Verwachsungen entfernt werden, stellt die Laparoskopie die normale Anatomie des Beckens wieder her und kann die Chance auf eine natürliche Schwangerschaft deutlich erhöhen. Vor einer IVF bereitet die Behandlung einer Hydrosalpinx oder großer Myome die Gebärmutter auf den Embryotransfer vor und verbessert den Behandlungserfolg. Und bei ungeklärter Unfruchtbarkeit liefert der direkte Blick in den Bauchraum oft die Antwort, die andere Untersuchungen nicht geben konnten.
Im Ankara IVF Center werden endoskopische Operationen von Prof. Dr. Mehmet Çınar durchgeführt, der über nahezu 20 Jahre Erfahrung in der minimal-invasiven gynäkologischen Chirurgie verfügt. Die meisten Eingriffe erfolgen ambulant, die Patientinnen werden innerhalb von 24 Stunden entlassen. Kontaktieren Sie uns, um zu besprechen, ob die Laparoskopie der richtige Schritt auf Ihrem Weg zum Wunschkind ist.
