Wiederholte Fehlgeburten können für Paare sowohl körperlich als auch seelisch eine ausgesprochen zermürbende Erfahrung sein. Wenn Schwangerschaften, auf die man so gehofft hat, eine nach der anderen enden, kann das ein tiefes Gefühl von Trauer und Hilflosigkeit auslösen. Dank der Fortschritte in der modernen Medizin und der Reproduktionstechnologie sind die Ursachen dieses Geschehens heute jedoch weit besser verstanden, und in vielen Fällen lassen sich wirksame Behandlungsansätze anbieten. Als Ankara IVF Center möchten wir unsere Paare in diesem schwierigen Prozess mit einem wissenschaftlich fundierten und zugleich einfühlsamen Ansatz begleiten. In diesem Beitrag betrachten wir die Ursachen wiederholter Fehlgeburten und die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten aus der fachlichen Sicht von Prof. Dr. Mehmet Çınar.
Definition der wiederholten Fehlgeburt
Von wiederholten Fehlgeburten spricht man in der Regel bei zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Schwangerschaftsverlusten. Dieses Geschehen, in der medizinischen Fachliteratur auch als „habitueller Abort“ bezeichnet, ist durch das spontane Ende einer Schwangerschaft vor der 20. Schwangerschaftswoche gekennzeichnet. Die große Mehrheit der Schwangerschaftsverluste tritt im ersten Trimester auf, also innerhalb der ersten 12 Wochen. Während in der Allgemeinbevölkerung etwa 15–20 % der Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt enden, liegt der Anteil der Paare mit wiederholten Fehlgeburten bei etwa 1–2 %. Auch wenn die Definition meist von zwei oder mehr Fehlgeburten ausgeht, vertreten manche Fachleute die Auffassung, dass schon ein einzelner Schwangerschaftsverlust eine eingehende Abklärung erfordern kann — insbesondere, wenn die werdende Mutter älter ist oder Schwierigkeiten hat, schwanger zu werden. Die Ursachen wiederholter Fehlgeburten zu verstehen, ist von entscheidender Bedeutung, um die richtigen Diagnose- und Behandlungsstrategien festzulegen.
Genetische Ursachen
Eine der häufigsten Ursachen wiederholter Fehlgeburten sind genetische Faktoren. Etwa 50–60 % der Schwangerschaftsverluste gehen auf Chromosomenanomalien zurück, die beim Embryo auftreten. Diese Anomalien entstehen meist zufällig während der Befruchtung, verhindern eine gesunde Entwicklung des Embryos und führen dazu, dass die Schwangerschaft frühzeitig endet.
Chromosomenanomalien des Embryos
Numerische (etwa Trisomie oder Monosomie) oder strukturelle Chromosomenstörungen des Embryos gehören zu den häufigsten Faktoren, die den Fortbestand einer Schwangerschaft verhindern. Ursache sind in der Regel Fehler, die bei der Bildung der Ei- oder Samenzellen entstehen, obwohl im Erbgut des Paares selbst kein Problem vorliegt. Vor allem ein fortgeschrittenes Alter der Mutter erhöht mit der abnehmenden Eizellqualität das Risiko für Chromosomenanomalien beim Embryo.
Chromosomenanomalien der Eltern
Bei etwa 2–5 % der Paare mit wiederholten Fehlgeburten lassen sich bei der Mutter oder dem Vater strukturelle Chromosomenanomalien wie eine balancierte Translokation nachweisen. In diesem Fall sind die Eltern zwar selbst gesund, doch die von ihnen gebildeten Samen- oder Eizellen können unausgewogene Chromosomensätze tragen. Dadurch ist ein Teil der Embryonen genetisch auffällig, was zu einer Fehlgeburt führt. In solchen Fällen kann die Präimplantationsdiagnostik (PGT) die Schwangerschaftschance erhöhen, indem gesunde Embryonen erkannt und übertragen werden. Die PGT ermöglicht die genetische Untersuchung von Zellproben, die während der IVF-Behandlung aus den Embryonen entnommen werden.
Anatomische und hormonelle Ursachen
Auch Fehlbildungen der Gebärmutter oder hormonelle Ungleichgewichte können zu den wichtigen Ursachen wiederholter Fehlgeburten zählen. Diese Faktoren können die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter oder seine gesunde Entwicklung beeinträchtigen.
Anatomische Ursachen
- Fehlbildungen der Gebärmutter: angeborene Formveränderungen der Gebärmutter, etwa eine Gebärmutterscheidewand (Septum), eine doppelte Gebärmutter (Uterus didelphys) oder eine herzförmige Gebärmutter (Uterus bicornis), können ein für die Einnistung und Entwicklung des Embryos ungeeignetes Umfeld schaffen. Die Gebärmutterscheidewand ist eine der häufigsten und operativ korrigierbaren Fehlbildungen.
- Intrauterine Verwachsungen (Asherman-Syndrom): Verwachsungen, die nach früheren Ausschabungen, Infektionen oder operativen Eingriffen in der Gebärmutter entstehen, können die Gebärmutterhöhle verengen oder die Funktion des Endometriums (der Gebärmutterschleimhaut) stören und so zu Fehlgeburten führen.
- Myome und Polypen: Myome, die in die Gebärmutterhöhle hineinwachsen (submuköse Myome), oder Polypen in der Gebärmutter können die Einnistung des Embryos verhindern oder im weiteren Verlauf der Schwangerschaft eine Fehlgeburt verursachen.
- Zervixinsuffizienz: Dabei öffnet sich der Gebärmutterhals (Zervix) in den fortgeschrittenen Schwangerschaftswochen schmerzlos und führt zu einer Fehlgeburt oder Frühgeburt. Dies tritt in der Regel bei Verlusten im zweiten Trimester auf.
Diese anatomischen Probleme lassen sich in der Regel mit Verfahren wie der Hysterosalpingographie (HSG), der Ultraschalluntersuchung, der Sonohysterographie oder der eine direkte Sicht ermöglichenden Hysteroskopie und Laparoskopie feststellen und meist operativ korrigieren.
Hormonelle Ursachen
- Schilddrüsenstörungen: Sowohl eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) als auch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) können sich ungünstig auf die Schwangerschaft auswirken und das Fehlgeburtsrisiko erhöhen. Die Einstellung der Schilddrüsenhormonwerte ist für den Erfolg einer Schwangerschaft wichtig.
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Das PCOS kann durch hormonelle Ungleichgewichte die Eizellqualität beeinflussen und zu einer Insulinresistenz sowie erhöhten Androgenspiegeln führen. Diese Konstellationen können das Fehlgeburtsrisiko erhöhen.
- Lutealphaseninsuffizienz (LPD): Dabei wird die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) nach dem Eisprung nicht ausreichend auf die Einnistung einer Schwangerschaft vorbereitet. Zwar wird sie mit einem Mangel des Hormons Progesteron in Verbindung gebracht, doch ist die wissenschaftliche Evidenz dafür, dass sie wiederholte Fehlgeburten verursacht, umstritten, und eine routinemäßige Behandlung wird nicht immer empfohlen.
- Diabetes: Ein schlecht eingestellter Diabetes, insbesondere hohe Blutzuckerwerte, kann das Fehlgeburtsrisiko erheblich erhöhen. Eine gute Blutzuckerkontrolle vor und während der Schwangerschaft ist von entscheidender Bedeutung.
Gerinnungsstörungen
Gerinnungsstörungen, auch als Thrombophilie bezeichnet, sind Zustände, bei denen das Blut in den Gefäßen leichter gerinnt als normal. Sie können zur Bildung von Mikrothromben in der Plazenta führen, den Blutfluss zum Kind beeinträchtigen und eine wichtige Ursache wiederholter Fehlgeburten sein.
Angeborene Thrombophilien
Bestimmte genetische Mutationen können die Neigung zur Gerinnselbildung erhöhen. Zu den häufigsten zählen:
- Faktor-V-Leiden-Mutation: eine der häufigsten Ursachen angeborener Thrombophilie.
- Prothrombin-Genmutation (G20210A): führt zu einer übermäßigen Bildung des an der Blutgerinnung beteiligten Proteins Prothrombin.
- Mutationen der Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR): Sie können den Folatstoffwechsel beeinflussen, die Homocysteinwerte erhöhen und damit das Thromboserisiko steigern. Der unmittelbare Zusammenhang zwischen MTHFR-Mutationen und Fehlgeburten ist jedoch weiterhin umstritten, und eine routinemäßige Testung wird nicht immer empfohlen.
Erworbene Thrombophilien
Das bekannteste erworbene Thrombophilie-Syndrom ist das Antiphospholipid-Syndrom (APS).
- Antiphospholipid-Syndrom (APS): eine Autoimmunerkrankung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der Körper Antikörper (Antiphospholipid-Antikörper) bildet, die sich gegen das eigene Gewebe richten. Diese Antikörper können die Gerinnung in den Blutgefäßen auslösen und zu Schwangerschaftskomplikationen wie Fehlgeburt, Totgeburt oder Frühgeburt führen. Die Diagnose eines APS wird durch den Nachweis bestimmter Antikörper im Blut in Verbindung mit einer Vorgeschichte wiederholter Fehlgeburten gestellt.
Bei Patientinnen mit Verdacht auf eine Gerinnungsstörung werden mittels Blutuntersuchungen spezifische Faktoren und Antikörper abgeklärt. Ist die Diagnose gestellt, wird während der Schwangerschaft mit blutverdünnenden Medikamenten (zum Beispiel niedermolekularem Heparin) versucht, das Thromboserisiko zu senken. Diese Behandlungen können den Schwangerschaftserfolg insbesondere bei Erkrankungen wie dem APS deutlich verbessern.
Behandlungs- und Betreuungsplan
Die Ursachen wiederholter Fehlgeburten sind sehr vielfältig und komplex. Deshalb ist zunächst eine umfassende diagnostische Abklärung unerlässlich, um einen wirksamen Behandlungs- und Betreuungsplan aufzustellen. Im Ankara IVF Center verfolgen Prof. Dr. Mehmet Çınar und sein Team einen individuellen Ansatz, der auf die besondere Situation jedes Paares zugeschnitten ist.
Diagnostische Abklärung
Vor Beginn der Behandlung können folgende Untersuchungen und Beurteilungen durchgeführt werden:
- Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung: Es werden Informationen zu früheren Schwangerschaften, zur Krankengeschichte und zur Familienanamnese erhoben.
- Genetische Untersuchungen: Bei Mutter und Vater wird eine Karyotypanalyse durchgeführt. Bei Bedarf kann eine genetische Untersuchung des Gewebes einer früheren Fehlgeburt veranlasst werden.
- Hormonuntersuchungen: Schilddrüsenfunktionstests, Prolaktin, Blutzucker und Insulinresistenz werden beurteilt.
- Anatomische Beurteilung: Gebärmutter und Beckenorgane werden mit bildgebenden Verfahren wie transvaginalem Ultraschall, Sonohysterographie, Hysterosalpingographie (HSG) sowie Hysteroskopie und/oder Laparoskopie untersucht.
- Gerinnungsuntersuchungen: Antiphospholipid-Antikörper (Lupusantikoagulans, Anticardiolipin- und Anti-β2-Glykoprotein-I-Antikörper) sowie ein Panel angeborener Thrombophilien (Faktor-V-Leiden, Prothrombin-Genmutation usw.) werden bestimmt.
- Immunologische Untersuchungen: In manchen Fällen können Faktoren des Immunsystems untersucht werden; die Behandlungen auf diesem Gebiet befinden sich jedoch noch im Forschungsstadium und werden nicht routinemäßig empfohlen.
Behandlungsansätze
Die Behandlung richtet sich nach der festgestellten Ursache beziehungsweise den festgestellten Ursachen:
- Genetische Ursachen: Wird bei den Eltern eine balancierte Chromosomenanomalie festgestellt oder liegt etwa ein fortgeschrittenes mütterliches Alter vor, kann gemeinsam mit der IVF-Behandlung eine Präimplantationsdiagnostik (PGT) durchgeführt werden. Mit der PGT werden genetisch gesunde Embryonen ausgewählt und die Schwangerschaftschance erhöht.
- Anatomische Ursachen: Befunde wie eine Gebärmutterscheidewand, Verwachsungen oder bestimmte Myome lassen sich mit hysteroskopischen oder laparoskopischen Operationsverfahren korrigieren. Bei einer Zervixinsuffizienz kann eine Cerclage (eine Naht am Gebärmutterhals) angelegt werden.
- Hormonelle Ursachen: Störungen der Schilddrüsenfunktion, Diabetes oder PCOS werden mit geeigneten medikamentösen Therapien eingestellt. Eine Regulierung der Hormonwerte vor und während der Schwangerschaft ist wichtig.
- Gerinnungsstörungen: Werden ein Antiphospholipid-Syndrom oder bestimmte angeborene Thrombophilien festgestellt, können während der gesamten Schwangerschaft blutverdünnende Medikamente (niedrig dosierte Acetylsalicylsäure und/oder Injektionen von niedermolekularem Heparin) eingesetzt werden. Diese Behandlungen sollen den Blutfluss in der Plazenta verbessern und so das Fehlgeburtsrisiko senken.
- Änderungen des Lebensstils: Auf Rauchen und Alkohol zu verzichten, sich gesund zu ernähren, das Idealgewicht zu halten und Stress zu bewältigen — solche Änderungen des Lebensstils können sich positiv auf den Schwangerschaftserfolg auswirken.
Psychologische Unterstützung und Betreuung
Wiederholte Fehlgeburten stellen für Paare eine große seelische Belastung dar. Psychologische Unterstützung und Beratung können in dieser Zeit dabei helfen, diese schwierige Phase zu bewältigen. Eine regelmäßige Betreuung im Behandlungsverlauf ist für die Gesundheit von Mutter und Kind von entscheidender Bedeutung. Ist die Schwangerschaft eingetreten, wird durch engmaschige Kontrollen und, wenn nötig, unterstützende Therapien dafür gesorgt, dass sie gesund verläuft. Im Ankara IVF Center bietet unser erfahrenes Team, dem auch Prof. Dr. Mehmet Çınar angehört, Paaren mit wiederholten Fehlgeburten eine umfassende Beurteilung und aktuelle Behandlungsansätze. Man sollte nicht verzweifeln: Mit der richtigen Diagnose und Behandlung ist eine gesunde Schwangerschaft möglich.
Wiederholte Fehlgeburten sind ein schwieriger Prozess, der im Leben eines Paares tiefe Spuren hinterlassen kann. Dank der Fortschritte in der modernen Medizin und der Reproduktionstechnologie sind die Ursachen jedoch weitgehend geklärt und viele wirksame Behandlungsmethoden entwickelt worden. Als Ankara IVF Center möchten wir mit der Expertise von Prof. Dr. Mehmet Çınar und unserem erfahrenen Team jedem Paar einen wissenschaftlich fundierten und einfühlsamen, auf seine besondere Situation abgestimmten Ansatz bieten und seine Hoffnung neu erblühen lassen. Denken Sie daran: Mit der richtigen Diagnose und einem persönlich abgestimmten Behandlungsplan besteht immer die Chance auf eine gesunde Schwangerschaft. Auf diesem schwierigen Weg sind Sie nicht allein.
Wenn Sie mehr über wiederholte Fehlgeburten erfahren oder Ihre persönliche Situation beurteilen lassen möchten, können Sie sich an das Ankara IVF Center wenden und einen Termin für ein kostenloses Vorgespräch vereinbaren.
