Azoospermie – das vollständige Fehlen von Spermien im Ejakulat – betrifft etwa 1 % aller Männer. So beängstigend das klingt: Dank mikrochirurgischer Techniken kann heute ein erheblicher Teil der Männer mit dieser Diagnose leiblicher Vater werden.
Wodurch entsteht eine Azoospermie?
Man unterscheidet zwei Hauptgruppen. Bei der obstruktiven Azoospermie bilden die Hoden Spermien, doch eine Blockade der Samenwege verhindert, dass sie ins Ejakulat gelangen. Bei der nicht-obstruktiven Azoospermie liegt das Problem in der Produktion selbst – hormonelle Störungen, genetische Ursachen (Klinefelter-Syndrom, Mikrodeletionen des Y-Chromosoms), frühere Infektionen oder eine Chemotherapie können sie unterdrückt haben.
Mikro-TESE: die Spermiensuche unter dem Mikroskop
Auch bei nicht-obstruktiver Azoospermie findet in kleinen, umschriebenen Arealen häufig weiterhin eine Spermienbildung statt. Bei der Mikro-TESE wird das Hodengewebe unter dem Operationsmikroskop bei 20- bis 25-facher Vergrößerung untersucht, und es werden gezielt nur die erweiterten, spermienbildenden Kanälchen entnommen. Die Gewebeschädigung bleibt minimal, während die Chance, Spermien zu finden, auf 30–60 % steigt.
Bei der Mikro-TESE in unserem Zentrum ist das Embryologie-Team im Operationssaal anwesend und untersucht das Gewebe zeitgleich. Werden Spermien gefunden, werden sie noch am selben Tag mittels ICSI in die Eizellen der Partnerin injiziert; die übrigen werden für spätere Versuche eingefroren.
Was beeinflusst den Erfolg?
- Die Ursache der Azoospermie (obstruktive Fälle haben die besten Aussichten)
- Hormonwerte (FSH, Testosteron) und genetische Befunde
- Die Erfahrung des Operateurs und des Embryologie-Teams
- Alter und Eizellreserve der Partnerin
Wenn bei Ihnen eine Azoospermie festgestellt wurde, verlieren Sie nicht die Hoffnung: Im richtigen Zentrum, wo Urologie und Embryologie Hand in Hand arbeiten, ist Ihre Chance auf eine Vaterschaft womöglich größer, als Sie denken.
