Die Diagnose einer Unfruchtbarkeit kann für Paare, die sich ein Kind wünschen, ein belastender Weg sein. Eine häufige Ursache, die in diesem Prozess festgestellt wird, sind verschlossene Eileiter. Die Eileiter sind lebenswichtige Verbindungswege zwischen den Eierstöcken und der Gebärmutter: Hier findet die Befruchtung statt, und von hier aus wird die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter transportiert. Sind diese Eileiter verschlossen, kann die Eizelle nicht mit dem Spermium zusammentreffen oder der entstandene Embryo die Gebärmutter nicht erreichen – eine natürliche Empfängnis wird dadurch unmöglich. Als Prof. Dr. Mehmet Çınar im Ankara IVF Center helfen wir jedoch dank der modernen Behandlungsmethoden, die wir anbieten, vielen Paaren mit verschlossenen Eileitern dabei, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. In diesem Beitrag gehen wir ausführlich auf die Ursachen, die Diagnoseverfahren und die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten bei Eileiterverschluss ein.
Warum verschließen sich die Eileiter?
Die Eileiter gehören zu den empfindlichsten Strukturen des weiblichen Fortpflanzungssystems und können aus verschiedenen Gründen geschädigt und verschlossen werden. Dieser Zustand führt zur Unfruchtbarkeit, weil er die Vereinigung von Eizelle und Spermium verhindert oder die befruchtete Eizelle nicht in die Gebärmutter gelangen lässt. Zu den häufigsten Ursachen eines Eileiterverschlusses zählen:
- Entzündung des kleinen Beckens (PID): Eine PID, die häufig durch sexuell übertragbare Infektionen (wie Chlamydien oder Gonorrhö) verursacht wird, kann zu Entzündungen, Narbengewebe und Verwachsungen in den Eileitern und damit zum Verschluss führen. Dies ist eine der häufigsten Ursachen für einen Eileiterverschluss.
- Endometriose: Hierbei wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, außerhalb der Gebärmutter – insbesondere auf Beckenorganen wie den Eileitern und Eierstöcken. Endometriose kann Verwachsungen, anatomische Veränderungen und Verschlüsse der Eileiter verursachen.
- Frühere Bauch- oder Beckenoperationen: Verwachsungen nach Bauchoperationen wie Blinddarmentfernung, Darmoperationen, Kaiserschnitt oder Myomentfernung können die Eileiter umschließen oder direkt blockieren und ihre Funktion beeinträchtigen. Auch Eingriffe direkt an den Eileitern (z. B. Operationen bei Eileiterschwangerschaft) können zu Schäden führen.
- Eileiterschwangerschaft in der Vorgeschichte: Eine frühere Eileiterschwangerschaft kann bleibende Schäden und einen Verschluss des betroffenen Eileiters verursachen. Umgekehrt kann eine Eileiterschwangerschaft auch ein Hinweis darauf sein, dass der Eileiter bereits geschädigt war.
- Angeborene Fehlbildungen: In seltenen Fällen kommen Frauen mit strukturellen Anomalien der Eileiter oder ganz ohne Eileiter zur Welt.
- Tuberkulose: In Entwicklungsländern ist die Genitaltuberkulose ein bedeutender Faktor, der zu einem Eileiterverschluss führen kann.
Jede dieser Ursachen kann zu einem teilweisen oder vollständigen Verschluss der Eileiter, zum Verlust ihrer Funktion und damit zur Verhinderung einer natürlichen Schwangerschaft führen. Deshalb sind die genaue Diagnose eines Eileiterverschlusses und die Festlegung eines geeigneten Behandlungsplans von großer Bedeutung.
Diagnose mit HSG (Hysterosalpingographie)
Das wichtigste und am häufigsten eingesetzte Diagnoseverfahren zur Beurteilung der Durchgängigkeit der Eileiter und der Form der Gebärmutterhöhle ist die Hysterosalpingographie (HSG), umgangssprachlich auch als Gebärmutteraufnahme mit Kontrastmittel bekannt. Diese Untersuchung ist ein entscheidender Schritt in der Kinderwunschdiagnostik und wird in der Regel jeder Frau, bei der ein Eileiterverschluss vermutet wird, als Erstes empfohlen.
Bei der HSG wird über einen speziellen Katheter, der durch den Gebärmutterhals eingeführt wird, ein Kontrastmittel in die Gebärmutterhöhle gegeben. Das Kontrastmittel füllt die Gebärmutterhöhle und fließt, sofern die Eileiter offen sind, durch diese hindurch in die Bauchhöhle. Dieser Vorgang wird mit einer Reihe gleichzeitig angefertigter Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht. Die Aufnahmen zeigen die Form der Gebärmutterhöhle, mögliche Unregelmäßigkeiten (wie Polypen, Myome oder Verwachsungen) und ob die Eileiter durchgängig sind.
Die HSG-Ergebnisse können zeigen, ob die Eileiter einseitig oder beidseitig verschlossen sind, wo der Verschluss liegt (nahe der Gebärmutter, im mittleren Abschnitt oder am Ende des Eileiters) und ob eine Hydrosalpinx vorliegt (Verschluss am Eileiterende mit Flüssigkeitsansammlung im Inneren). Fließt das Kontrastmittel nicht durch die Eileiter, spricht dies für einen Eileiterverschluss. Gelangt die durch die Eileiter fließende Flüssigkeit nicht in die Bauchhöhle, weist das auf einen Verschluss am Ende der Eileiter hin.
Die HSG ist ein relativ kurzer ambulanter Eingriff. Sie wird üblicherweise in der ersten Woche nach dem Ende der Menstruation durchgeführt (zwischen dem 6. und 12. Zyklustag). Während des Eingriffs können leichte krampfartige Schmerzen auftreten, die jedoch meist nur kurz anhalten und mit einfachen Schmerzmitteln gut behandelbar sind. Die Informationen aus der HSG sind für die Festlegung des Behandlungswegs entscheidend, denn der Zustand der Eileiter spielt eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung, ob ein operativer Eingriff oder eine IVF-Behandlung erforderlich ist.
Operative Möglichkeiten
Je nach Zustand der Patientin sowie Lage und Schweregrad des Verschlusses können operative Behandlungsmöglichkeiten bei Eileiterverschluss in Betracht gezogen werden. Ein chirurgischer Eingriff bietet vor allem dann die Chance, die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft zu erhöhen, wenn die Schädigung der Eileiter begrenzt ist oder Verwachsungen entfernt werden können. Er ist jedoch nicht für jede Patientin geeignet, und die Erfolgsraten hängen von verschiedenen Faktoren ab.
Laparoskopische Chirurgie
Die meisten Eingriffe an den Eileitern werden heute laparoskopisch, also minimalinvasiv, durchgeführt. Die Laparoskopie ist eine Operation, bei der über kleine Schnitte in der Bauchdecke eine dünne Kamera (Laparoskop) und chirurgische Instrumente eingeführt werden. Mit dieser Methode ist Folgendes möglich:
- Adhäsiolyse (Lösen von Verwachsungen): Verwachsungen infolge früherer Infektionen, einer Endometriose oder von Operationen können die Eileiter umschließen oder abknicken und so ihre Funktion beeinträchtigen. Die Laparoskopie ermöglicht es, diese Verwachsungen vorsichtig zu durchtrennen und die Eileiter zu befreien.
- Eröffnung der Eileiter (Salpingostomie/Fimbrioplastik): Ist das mit Fimbrien besetzte Ende des Eileiters verschlossen und liegt keine oder nur eine geringe Flüssigkeitsansammlung (Hydrosalpinx) vor, kann das Eileiterende laparoskopisch eröffnet (Salpingostomie) oder die Fimbrien wiederhergestellt werden (Fimbrioplastik). Die langfristigen Erfolgsraten dieser Eingriffe hängen jedoch vom Ausmaß der Schädigung der inneren Eileiterschleimhaut ab.
- Entfernung des Eileiters bei Hydrosalpinx (Salpingektomie): Bei ausgeprägter Hydrosalpinx kann die Entfernung des Eileiters (Salpingektomie) oder der Verschluss des zur Gebärmutter führenden Abschnitts (proximale Tubenligatur) empfohlen werden. Denn die schädigende Flüssigkeit in der Hydrosalpinx kann in die Gebärmutter zurückfließen, das Einnisten des Embryos erschweren und die IVF-Erfolgsraten senken. Dieser Eingriff kann vor einer IVF-Behandlung durchgeführt werden, um die Erfolgsaussichten zu verbessern.
Die Schwangerschaftschance nach einer laparoskopischen Operation hängt vom Ausmaß der Eileiterschädigung, vom Alter der Frau und vom Erfolg des Eingriffs ab. Grundsätzlich sind die Erfolgsaussichten bei leichten Verwachsungen oder einfachen Verschlüssen höher, bei stark geschädigten oder lange verschlossenen Eileitern dagegen geringer.
Hysteroskopische Chirurgie
Liegt der Eileiterverschluss sehr nahe an der Gebärmutter (proximaler Verschluss), kann manchmal versucht werden, ihn hysteroskopisch zu eröffnen. Die Hysteroskopie ist ein Verfahren, bei dem über eine durch den Gebärmutterhals eingeführte dünne Kamera Veränderungen im Inneren der Gebärmutter erkannt und behandelt werden können. Kleine Verschlüsse an der Einmündung des Eileiters in die Gebärmutter lassen sich auf diesem Weg angehen. Da solche Verschlüsse jedoch häufig komplexere Ursachen haben, kann die Erfolgsrate der Hysteroskopie begrenzt sein.
Bei der Abwägung operativer Möglichkeiten sollten der allgemeine Gesundheitszustand und das Alter der Patientin, das Vorliegen weiterer Unfruchtbarkeitsfaktoren sowie die möglichen Risiken und Vorteile des Eingriffs sorgfältig berücksichtigt werden. In jedem Fall ist ein ausführliches Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt wichtig, um den für Sie passendsten Behandlungsplan festzulegen.
Wann ist die IVF die erste Wahl?
Bei verschlossenen Eileitern ist die In-vitro-Fertilisation (IVF) für viele Paare die wirksamste und häufig bevorzugte Behandlung der ersten Wahl. Die IVF-Behandlung ermöglicht es, den natürlichen Befruchtungsvorgang außerhalb des Körpers im Labor stattfinden zu lassen. So besteht auch dann eine Chance auf eine Schwangerschaft, wenn die Eileiter nicht funktionsfähig sind.
In den folgenden Situationen kann eine IVF-Behandlung gegenüber operativen Alternativen vorteilhafter sein oder direkt als erste Option in Betracht kommen:
- Beide Eileiter sind verschlossen oder schwer geschädigt: Sind beide Eileiter verschlossen oder stark geschädigt (z. B. bei fortgeschrittener Hydrosalpinx oder ausgedehnten Verwachsungen), ist die Chance auf eine natürliche Schwangerschaft nach einem operativen Eingriff sehr gering. In diesen Fällen ist die IVF-Behandlung der unmittelbar sinnvollste Weg mit hoher Erfolgsaussicht.
- Erfolglose operative Wiederherstellung: Wurde bereits ein Eingriff zur Wiederherstellung der Eileiter durchgeführt, ohne dass eine Schwangerschaft eingetreten ist, wird der Wechsel zur IVF-Behandlung empfohlen.
- Fortgeschrittenes Alter der Frau: Mit zunehmendem Alter (insbesondere ab 35) nehmen Eizellreserve und Eizellqualität ab. Nach einer operativen Wiederherstellung auf eine natürliche Empfängnis zu warten, kann wertvolle Zeit kosten. In dieser Situation kann ein zügiger Beginn der IVF-Behandlung die Erfolgschancen erhöhen.
- Weitere Unfruchtbarkeitsfaktoren: Bestehen neben verschlossenen Eileitern weitere Ursachen der Unfruchtbarkeit, etwa ein männlicher Faktor (Probleme mit Spermienzahl, -beweglichkeit oder -morphologie) oder eine niedrige Eizellreserve der Frau, bietet die IVF-Behandlung eine umfassende Lösung, die mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigen kann.
- Vorliegen einer Hydrosalpinx: Eine Hydrosalpinx, also eine Flüssigkeitsansammlung im Eileiter, kann die IVF-Erfolgsraten beeinträchtigen. Die Flüssigkeit kann in die Gebärmutter zurückfließen, das Einnisten des Embryos verhindern und das Fehlgeburtsrisiko erhöhen. In diesem Fall wird vor der IVF-Behandlung die laparoskopische Entfernung des betroffenen Eileiters (Salpingektomie) oder der Verschluss des zur Gebärmutter führenden Abschnitts empfohlen. Dieser Eingriff erhöht die Erfolgsaussichten der IVF deutlich.
- Wunsch nach einer Schwangerschaft in kürzerer Zeit: Manche Paare möchten lieber in kürzerer Zeit und mit höherer Erfolgsrate schwanger werden, statt nach einer Eileiteroperation auf eine natürliche Empfängnis zu warten. Auch in diesem Fall kann die IVF die erste Wahl sein.
Im Ankara IVF Center umfasst die IVF-Behandlung die Stimulation der Eierstöcke, die Eizellentnahme, die Gewinnung der Spermien, die Befruchtung im Labor und den Embryotransfer. Dieser Ablauf ermöglicht eine Schwangerschaft, ohne dass die Funktion der Eileiter benötigt wird. Ausführlichere Informationen zum IVF-Ablauf finden Sie auf unserer entsprechenden Seite. Da die Situation jedes Paares einzigartig ist, sind eine umfassende Untersuchung und ein Beratungsgespräch mit einer erfahrenen Ärztin oder einem erfahrenen Arzt entscheidend, um den passendsten Behandlungsplan zu finden.
Auch wenn verschlossene Eileiter wie ein Hindernis auf dem Weg zum Wunschkind erscheinen mögen: Dank moderner Medizin und der Methoden der assistierten Reproduktion lässt sich diese Situation überwinden. Für Paare mit der Diagnose Eileiterverschluss bieten operative Möglichkeiten und insbesondere die IVF-Behandlung vielversprechende Lösungen. Entscheidend sind eine genaue Diagnose und ein individuell abgestimmter, bestmöglicher Behandlungsplan. Im Ankara IVF Center, gegründet von Prof. Dr. Kubilay Vicdan, beurteilt unser erfahrenes Team die besondere Situation jedes Paares sorgfältig und strebt mit wissenschaftlich fundierten, aktuellen Ansätzen die bestmöglichen Ergebnisse an. Denken Sie daran: Mit den richtigen Informationen und fachkundiger Begleitung ist es möglich, Ihre Träume zu verwirklichen. Wenn Sie Fragen zum Eileiterverschluss oder zu anderen Ursachen der Unfruchtbarkeit haben, können Sie sich für ein kostenloses Erstgespräch oder einen Termin an unser Zentrum wenden. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und Sie auf diesem besonderen Weg zu begleiten.
